082 Selbstcoaching mit EMDR

Selbstcoaching mit EMDR

Kann ich EMDR auch für mich selbst anwenden?

Das ist eine der Fragen, die mir von Podcasthörern bzw. Bloglesern gestellt wurden.

Auch für uns als Coaches ist Selbstcoaching eine wunderbare Möglichkeit, uns das Leben im Alltag zu erleichtern.

Daher erfährst du heute

  • Was Selbstcoaching grundsätzlich kann und was nicht
  • Ich stelle dir kurz 5 Selbstcoaching Methoden jenseits von EMDR vor
  • Warum du beim Selbstcoaching mit EMDR achtsam und wertschätzend mit dir selbst sein solltest
  • Tipps zum praktischen Vorgehen beim Selbstcoaching mit EMDR

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Shownotes zu Folge 082

Wie versprochen der Link für den kostenloses Download des Arbeitsmaterials von Byron Katie / The Work: https://thework.com/sites/de/

Hier geht es zum gratis Download von Arbeitsblättern für Selbstcoaching von Colin Tipping (für Themen zu Vergebung, Selbstvergebung und Manifestation). https://tipping-methode.de/downloads/

Das erwähnte Buch zum Selbstcoaching  mit der Klopftechnik MET des Ehepaar  Franke: https://www.buch7.de/produkt/sorgenfrei-in-minuten-rainer-franke/

Für Selbstcoaching mit GfK nach Marshall B. Rosenberg https://www.buch7.de/produkt/gewaltfreie-kommunikation-marshall-b-rosenber/

Die 4 Heartify® Schritte zur Lösungsfindung und für innere Klarheit aus dem Herzen kannst du dir hier gratis downloaden: https://heartify.life/heartify-ab-1-lp/

Teil 1 zu den 8 Phasen des EMDR

Teil 2 zu den 8 Phasen des EMDR

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Mehr zur Online EMDR Ausbildung: https://heartify.life/emdr/ausbildung/

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Skript: Selbstcoaching mit EMDR

Die Frage „Kann ich EMDR auch für mich selbst anwenden?“ hat es in sich.

Meine Antwort darauf ist komplexer, als du vielleicht erwarten würdest.

Was zeichnet eine Selbstcoaching Methode aus?

Ganz klar: Selbstcoaching ist nicht für Therapie gedacht.

Das sind die Einsatzmöglichkeiten:

Du kannst mit Selbstcoaching

  • dich selbst unterstützen.
  • deine Sichtweise auf ein Geschehen oder eine Person ändern und damit wieder etwas gelassener werden
  • dich wieder ins Gleichgewicht bringen, wenn dich etwas ein bisschen aus der Bahn geworfen hat.
  • Lösungen finden.
  • Klarheit zu einem Thema oder einer Frage gewinnen.

Im Grunde ist Selbstcoaching eine gute Möglichkeit, deine Resilienz zu stärken.

Du weißt ja: Resilienz ist deine Fähigkeit dich wieder ins Gleichgewicht zu bringen und deine Widerstandsfähigkeit zu mehren. Also eine Art Unterstützung zu gesunder Selbstregulation.

Damit ist auch klar, was die Voraussetzungen sind:

  • Die Fähigkeit zu gesunder Selbstregulation ist prinzipiell da, lediglich aktuell vielleicht etwas zu schwach.
  • Du bist durch die Krise nicht so aus der Bahn geworfen, dass du praktisch kaum noch Zugriff auf deine Ressourcen hast.
  • Du bist nicht psychisch krank
  • Du hast geklärt, dass deine Schwierigkeiten nicht körperlich verursacht wurden z. B. durch Nervenentzündung, Stoffwechselstörung o.ä.)

Immer dann, wenn Therapie empfohlen wird, kannst du mit Selbstcoaching nur begrenzt etwas bewirken.

5 Methoden, die für Selbstcoaching entwickelt wurden

Es gibt einige Methoden, die von Anfang an als Selbsthilfe, für Selbstcoaching entwickelt wurden. Sie waren ausdrücklich nicht für Therapie konzipiert. Daher sind sie besonders gut für Selbstcoaching geeignet. Hier einige Beispiele, die ich kenne und gelegentlich für mich nutze.

1. The Work von Byron Katie.

So hat z. B. Byron Katie mit den 4 Fragen von The Work zunächst ein Selbstcoaching Tool entwickelt. Auch wenn es Coaches und Trainer für TheWork gibt, kannst du ihre 4 Fragen wunderbar zum Selbstcoaching nutzen. Den Link zum gratis Downloadbereich findest du oben in den Shownotes.

2. Arbeitsmaterial von Colin Tipping

Colin Tipping hat mit den 4 Schritten zur Vergebung sowie seinen in den Büchern Radikale Vergebung, Selbstvergebung und Radikale Manifestation veröffentlichten Arbeitsblättern wundervolle Selbstcoaching Tools entwickelt. Zum kostenlosen Download des Materials gelangst du über die Seite der Tipping-Methode für Deutschland, siehe oben in den Shownotes.

3. Klopftechnik

Verschiedene Klopfmethoden eignen sich für Selbstcoaching wie z. B.  Meridian-Energie-Technik (MET) nach Dr. Rainer Franke und Regina Franke oder Emotional Freedom Techniques (EFT) nach dem US-Amerikaner Gary Craig. Insbesondere das MET wurde direkt als Selbstcoachingmethode aus dem EFT entwickelt.

Die Klopftechniken kreuzten zu Beginn meiner Coaching- und Heilpraktiker-Karriere meinen Weg. Einen richtigen Zugang in der Tiefe habe ich dazu nicht bekommen. Was ich jedoch gerne ins EMDR mit einfließen lasse ist die gelegentliche Einbeziehung bei hilfreichen Sätzen des Zusatzes „obwohl“ oder „auch wenn“. Das habe ich beim EFT kennen gelernt. Z. B. Ich bin gut so wie ich bin – auch wenn ich nicht alles perfekt mache. Ich lerne mehr und mehr meine Grenzen zu verteidigen, obwohl ich mich noch unwohl fühle dabei.

4. GfK (gewaltfreie Kommunikation)

Die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation sind gut geeignet für Selbstcoaching zu Kommunikations- und Beziehungsthemen. Den Link zum Grundlagenbuch dazu von Marshall B. Rosenberg findest du in den Shownotes.

5. Die 4 Heartify® Solution Steps

Nicht zu vergessen die 4 Heartify® Schritte zur Lösungsfindung und für innere Klarheit aus dem Herzen. Ich empfehle sie dir für Ideen von Herangehensweisen in die Zukunft, besserem Verständnis und zur Entwicklung erster Schritte. Gratis Downloadlink oben in den Shownotes.

Die Liste der für Selbstcoaching entwickelten Methoden lässt sich ergänzen und verlängern. Wenn du magst kannst du unten im Kommentar deinen Lieblingstipp für Selbstcoaching teilen.

Selbstcoaching mit EMDR

Nach der Hinführung zum Thema Selbstcoaching kommen wir jetzt zum EMDR Coaching.

Wie du weißt, ist EMDR in der Psychotherapie von Francine Shapiro in den 80er Jahren entwickelt worden. Zunächst für Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen und Ängsten. Später wurden zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten entdeckt. Es dauerte auch nicht lange, da hat EMDR bereits den Coaching-Sektor erobert. Nach Deutschland kam EMDR Coaching zuerst durch das Ehepaar Besser-Siegmund. Sie haben es später mit kinesiologischen und NLP Elementen gemixt und erfolgreich vermarktet.

EMDR ist prinzipiell auch für Selbstcoaching geeignet.

Es gibt jedoch aus meiner Sicht ein großes ABER.

Die meisten Kollegen denken: „Ach, EMDR ist die Winke-Technik. Einfach Probleme wegwinken. Kann das denn?“ Darauf antworte ich:

Einfach ist EMDR. Wenn man weiß, was wann wie und unter welchen Bedingungen zu tun oder zu lassen ist. Und da geht es dann los.

EMDR ist ein Gesamtkonzept. Einfach nur an das Problem denken und das unangenehme Gefühl fühlen und winken reicht meist nicht. Ja, es kann sogar noch schlimmer werden, wenn keine gute Vorbereitung stattgefunden hat.

Das ist wie in der Landwirtschaft. Klar kannst du Samen auf einen trockenen Acker schmeißen und hoffen, dass etwas wächst. Wenn du Glück hast und es regnet gemäßigt, werden die Samen nicht weggeschwemmt, sondern können einsinken, Feuchtigkeit aufsaugen. Und wenn dann noch das rechte Maß an Sonne und Feuchtigkeit da ist, kann es etwas werden.  Wenn nicht, dann gehen die Samen gar nicht erst auf oder die kleinen Pflänzchen verkümmern.

Der Landwirt weiß, wie er den Boden vorbereitet, wann und wie er die Saat ausbringt und wie er für die zarten Pflänzchen sorgen muss, damit es etwas wird mit der Ernte.

Mit EMDR geht es nicht anders. Es braucht gute Vorbereitung und Bereitstellung von Ressourcen. Und es gibt Situationen im eigenen Leben, da ist vielleicht gerade zu wenig Zeit, Raum und Kraft da. Beim Klienten würdest du an dieser Stelle kein EMDR machen. Denn die Kapazitäten dafür sind nicht da. Das gleiche gilt beim Selbstcoaching mit EMDR. Ein gewisses Maß an Zeit, Raum und Kraft ist Voraussetzung.

Der Zugriff auf Ressourcen ist wichtig. Damit auch beim Selbstcoaching der Prozess leicht und angenehm verläuft.

Praktische Tipps zu Selbstcoaching mit EMDR

Daher gilt aus meiner Sicht:

Ja, du kannst mit EMDR Selbstcoaching machen, solltest dich jedoch genauso achtsam begleiten wie deine Klienten.

Du solltest es dir wert sein, dir individuell zugeschnittene Ressourcenarbeit vorher zu gönnen! So wie du es in der EMDR Coach Ausbildung bei mir lernst.

Wenn du dich selbst mit EMDR Coaching unterstützt in einem Thema

  • kalkuliere dafür 60-90 Minuten ein.
  • Du musst natürlich keine Anamnese mit dir machen.
  • Deine Reorientierungs- und Stabilisierungstechniken kennst du bereits bestens, weil du sie regelmäßig deinen Klienten vermittelst.
  • Dann kommt jedoch – wie bei deinen Klienten – zuerst die Aktivierung deiner Ressourcen. Du rufst sie dir in der Reihe nach in Erinnerung und testest, welche heute am besten funktioniert. Vielleicht spürst du, dass du für dein Thema eine neue Ressource brauchst. Diesen Teil darfst du auf keinen Fall „schlabbern“. Es geht nicht um schnell, schnell. Auch du verdienst einen angenehm leichten und zügigen Lösungsprozess. Das erreichst du am besten mit der Aktivierung deiner Ressourcen vor der Verarbeitung.
  • Danach kommt der assoziative Prozess zum Thema, Bewertung, Verarbeitung usw. Alle 8 Schritte des EMDR. Du kannst sie übrigens nachlesen in https://heartify.life/024/ und https://heartify.life/025
  • Dazu empfehle ich dir, auf deinen Arbeitsblättern mitzuschreiben wie bei deinen Klienten. Vor allem wenn du selbst im Prozess bist, wirst du dich sonst an deine Bewertung oder wichtige Sätze nicht mehr erinnern gegen Ende. Zudem kannst du dich selbst später noch einmal überprüfen (Phase 8 des EMDR) und sehen, ob die Lösung stabil geblieben ist.

Alle wichtigen Elemente und Details hast du ja in deiner EMDR Coach Ausbildung gelernt und verinnerlicht. Du behandelst dich mit der gleichen Achtsamkeit und Wertschätzung wie deine Klienten. Das verdienst du. Daher brauchst du einfach Zeit und Raum für ein Selbstcoaching.

Eine fast noch bessere Idee ist es übrigens, dich mit einer Kollegin z. B. aus der Ausbildung im Austausch gegenseitig zu unterstützen. Oder dir eine Coaching Stunde bei einer Kollegin zu gönnen. Denn manchmal ist ein Blick und Anregung von außen Gold wert. Schließlich bist du in deinem eigenen Prozess manchmal genauso verfangen wie deine Klienten. So ist es bei mir jedenfalls gelegentlich. Ich finde es immer wieder abgefahren, dass ich z. B. zu Beginn des Prozesses genauso ringe für einen stimmigen hilfreichen Glaubenssatz wie meine Klienten.

Fazit – Selbstcoaching mit EMDR

Für deine eigene „Psychohygiene“ kann ich Selbstcoaching sehr empfehlen. Mit einer Methode deiner Wahl. Geeignete Tools dazu sind z. B.  The Work, die Tipping Methode, MET; GfK, die 4 Heartify® Schritte oder was dir sonst hilfreich ist.

EMDR ist für Selbstcoaching wunderbar geeignet unter der Maßgabe, dass du genauso sorgfältig mit dir umgehst dabei wie mit deinen Klienten. Dazu gehört insbesondere die Ressourcenarbeit.

Übrigens genügt mir oft, die von mir im EMDR erarbeiteten individuellen Ressourcen zu aktivieren oder eine neue Ressource zum Thema passend zu finden und mit EMDR zu verstärken. Ich beobachte immer wieder – bei Klienten wie auch im Selbstcoaching – wie genial der Ressourcenfokus wirkt. Dass er im Alltag weiterwirkt, mehr Lösungen auftauchen, Gelassenheit wächst und kreative Ideen zunehmen. Die Achtsamkeit auf diese Wirkungen ist wichtig. Also beobachte bei dir selbst auch kleine positive Veränderungen und feiere sie! Und mach es so, wie du es auch deinen Klienten empfiehlst: Aktiviere im Alltag immer wieder bewusst deine Ressource und deinen neuen hilfreichen Glaubenssatz mit deinem Anker.

Behandele dich beim Selbstcoaching genauso mit Wertschätzung und Achtsamkeit wie du es bei deinen Klienten tust.

Lass keine wesentlichen Schritte aus, vor allem nicht die Ressourcenaktivierung. Dann erfährst du die segensreiche Selbstregulation deines Gehirn- und Nervensystems durch EMDR am eigenen Leib. Eine bessere Basis für gute Begleitung von Klienten kannst du nicht haben.

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Mach es dir leichter, Anderen zu helfen. Auch online.

Deine Kathrin

P.S.: Teile hier unten im Kommentarfeld gerne dein Lieblingstool für Selbstcoaching! Anregungen sind herzlich willkommen.

 

About the Author

Mach es DIR leichter anderen zu helfen! Mit diesem Motto hat Kathrin Stamm viele hilfreiche Tipps und Tricks auf Lager, wie du als Coach und Berater mehr Leichtigkeit in dein Leben und das deiner Klienten bringst. Hol dir die Praxistipps direkt aufs Ohr mit ihrem Podcast https://heartify.life/podcast-coachingoase

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