047 Kriegskinder – Interview mit meiner Mutter

Kriegskinder – Interview mit meiner Mutter

Folge 047 in der Coaching Oase Heartify ist etwas Besonderes für mich – herzlich willkommen!

In der Reihe Interviews und zum Thema EMDR Trauma Coaching präsentiere ich heute sehr stolz das Interview mit meiner 82-jährigen Mutter Marlene Scharff. Wie hat sie es geschafft aus Kriegs-, Flucht- und Verlusterfahrungen gestärkt hervorzugehen? Wir haben übrigens direkt nach dem Interview einen kleinen Video-Teaser gemacht:


Wie gelingt es, sich selbst wieder ins Lot zu bringen nach einschneidenden Erlebnissen, die Narben hinterlassen?

Es gibt viel Literatur und Theorie dazu. Stichwort Resilienz – Widerstandsfähigkeit.

Wie hat das die Generation der Kriegskinder gemacht?

Meine Mutter Marlene Scharff, ist 1936 geboren.

Was hat sie hautnah miterlebt?

Wie hat sie es geschafft daraus gestärkt hervorzugehen?

Und welche Tipps hat sie für Menschen von heute zur Überwindung von Schicksalsschlägen?

Das werden wir von ihr im Interview erfahren.

Wir sitzen in der Coaching Oase in Ettingen.

Das gesamte Interview kannst du hier hören: Kriegskinder – Interview mit meiner Mutter

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Shownotes zu Folge 047

Marlene Scharff zitiert im Podcast das Buch von Sabine Bode: Die vergessene Generation – Kriegskinder brechen ihr Schweigen, Klett-Cotta Verlag https://www.buch7.de/store/product_details/1020528527

Das Büchlein „Kleine Füße – Geschichten aus einer Kindheit irgendwo in Deutschland“ von Marlene Scharff kannst du über sie erhalten. Schreibe mir eine Mail an stamm@heartify.life und ich leite deine Bestellung weiter. 40 Seiten mit eigenen Zeichnungen. 10 Euro inkl. Verpackung und Versand nach Deutschland oder in die Schweiz.

Mehr Infos zu Kursen und Fortbildungen mit Kathrin Stamm findest du unter https://heartify.life/kurse

Zur Facebookgruppe zur Vertiefung des Themas: facebook.com/groups/Heartify.life/

Zusammenfassung: Kriegskinder – Interview mit meiner Mutter

Bevor wir mit dem Interview beginnen, möchte ich dir ein wenig Hintergrund zum Thema Trauma geben.

Was ist überhaupt ein Trauma?

Im medizinischen Sinn heißt Trauma Verletzung oder Schädigung von Gewebe z. B. durch einen Schlag oder Stoß.
Im psychologischen Sinn bedeutet Trauma seelische Erschütterung oder seelische Verletzung. D.h. die Seele kann im Gehirn- und Nervensystem durch erschütternde Erlebnisse Schädigungen erleiden wie der Körper durch Gewalteinwirkung von außen.

Kriegserlebnisse und Flucht, plötzlicher Verlust von Heimat und auch von – all das sind Trauma-Erfahrungen.

Fakt ist:

75% aller Menschen machen in ihrem Leben Trauma-Erfahrungen.

  • Ein Drittel dieser 75 Prozent stabilisieren sich im Laufe von Monaten oder Jahren wieder.
  • Ein weiteres Drittel dieser 75% stabilisiert sich zwar, bei erneuten starken Belastungssituationen können jedoch noch Jahre später sogenannte posttraumatische Störungen auftreten. Die Zusammenhänge sind oft nicht erkennbar.
  • Das letzte Drittel braucht psychologische Unterstützung, oft auch Klinikaufenthalte.

Hier kannst du Folge 0477hören: Kriegskinder – Interview mit meiner Mutter

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Übersicht der 10 Topp9Tipps meiner Mutter für dich und deine Klienten:

Zum Abschluss fasse ich nochmal in kurzer Übersicht zusammen, was meiner Mutter geholfen hat. Das soll gleichzeitig ein Anstoß sein, deine eigenen Ressourcen zu aktivieren. Wenn du z. B. Kinder hast oder andere dir anvertraute Personen denke darüber nach, ob du sie anregen dazu anregen kannst. Damit sie ihre Widerstandsfähigkeit stärken und eine gute Basis bekommen:

  1. Es geht nicht darum, perfekt zu musizieren. Töne spielen und hören, was zurückkommt.
  2. Malen, Zeichnen, Gestalten. Dabei innere Räume wahrnehmen und das Erlebte nach außen bringen.
  3. In der Natur sein. Pflanzen, Bäume, Tiere erleben.
  4. Ein Märchenbuch.
  5. In die Stille gehen, sich zurückziehen, überhaupt wahrnehmen, hören, sehen. Und in sich hören, was man braucht.
  6. Wohltuende, hilfreiche Menschen suchen und mit ihnen Zeit verbringen.
  7. Für Kinder: ihnen Verantwortung geben, etwas zugestehen, ihnen vertrauen
  8. Ein spiritueller Ansatz ist, sich für helfende Kräfte zu öffnen, die größer sind als wir.

Für die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse in der Kindheit:

  1.  (9.)Sich das kleine Kind von früher vorstellen, es anschauen und umarmen. Ihm erklären, dass es jetzt vorbei ist.
  2. (10.)Den inneren Raum nutzen. Stell dir vor: dein Inneres öffnet sich nach außen und zieht alles hinein, was hilfreich ist. Dann verändert sich etwas. Du findest Antworten. Und es strahlt wieder etwas nach außen. Eine Wechselwirkung.
  3. (Ergänzung zu 1 von oben:) Im Musizieren und Gestalten das Erlebte ohne Worte verarbeiten.

Das waren die ganz persönlichen Tipps meiner 82-jährigen Mutter, wie man sich und andere stärken kann trotz widriger Erfahrungen oder Umstände.

Mögen sie für dich und deine Klienten im Coaching wertvolle Impulse sein!

Herzliche Grüße

Kathrin (Stamm) und Marlene Scharff

P.S.: Was hast du wieder erkannt? Was war noch eine gute Erinnerung? Hast du Ergänzungen? Eigene Erfahrungen dazu? Wir freuen uns ganz besonders über dein Feedback!

About the Author

Mach es DIR leichter anderen zu helfen! Mit diesem Motto hat Kathrin Stamm viele hilfreiche Tipps und Tricks auf Lager, wie du als Coach und Berater mehr Leichtigkeit in dein Leben und das deiner Klienten bringst. Hol dir die Praxistipps direkt aufs Ohr mit ihrem Podcast https://heartify.life/podcast-coachingoase

  • Ein Gänsehaut-Interview mit wichtigen Einsichten, Kathrin. Herzlichen Dank dafür.

    Euer Teaser-Video auf youTube, das förmlich nach Rosenblüten duftet, hat mich neugierig gemacht. Großartig, dass deine Mutter mit so viel Stärke und erstaunlichen Ressourcen den traumatischen Bruch verarbeitet hat, den sie als ein kleines Mädchen erleben musste. Die Kleine gedankenverloren mit der Flöte unter der Trauerweide – ich kann sie mir gut vorstellen.

    Ich habe dabei auch an meine Eltern gedacht, die Krieg und Heimatverlust als ganz junge Menschen erlebt haben. Sie haben nur wenig erzählt und ich habe leider nicht rechtzeitig gefragt.

    Vielen Dank, Marlene Scharff, dass Sie diese starke und emotionale Geschichte mit uns teilen. Auf Ihr Büchlein bin ich sehr gespannt.

    Herzlichst Christine Radomsky

    • Danke, liebe Christine, dass du deine eigenen Gedanken dazu mit uns teilst.
      Ja, vielleicht ist es auch eine Anregung für all diejenigen, die ihre Eltern noch haben, nachzufrahgen, was sie erlebt haben.
      Manche wollen jedoch nicht darüber sprechen. Dann ist es wichtig, es zu akzeptieren. Und das hast du getan.
      Denn es ist nicht gut, Dinge aufzuwühlen, wenn traumatische Erlebnisse gut und sicher verschlossen im Tresor ruhen.
      Also insofern Hut ab, dass du es intuitiv respektiert hast!
      Herzliche Grüße
      Kathrin

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